Recht & Papiere
Welche Trauung in Deutschland zählt, in welcher Reihenfolge ihr heiraten dürft und was beim Imam-Nikah passiert.
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Für viele Familien ist erst mit dem Imam-Nikah geheiratet. Für den deutschen Staat zählt nur das Standesamt. Beides hat seinen Platz – aber es ist wichtig zu wissen, was welche Trauung bedeutet.
Rechtlich verheiratet seid ihr in Deutschland nur durch die standesamtliche Trauung. Erst sie regelt Erbrecht, Unterhalt, Steuern, Krankenversicherung und Aufenthaltsrecht. Eine rein religiöse Ehe hat keine dieser Wirkungen.
Ja. Seit 2009 ist es in Deutschland nicht mehr verboten, sich religiös trauen zu lassen, bevor man standesamtlich heiratet. Rechtlich seid ihr danach aber nicht verheiratet. Eine Ausnahme ist streng: Ist einer der beiden minderjährig, ist auch eine religiöse Trauung verboten.
Der Nikah ist meist kurz und feierlich. Ein Imam fragt beide nach ihrem Einverständnis, Trauzeugen sind dabei, und es wird gebetet. In vielen Familien wird dabei auch die Mehir vereinbart, eine Brautgabe für die Frau. Der Nikah kann in der Moschee stattfinden, zu Hause, beim Nişan, bei der Kına oder im Hochzeitssaal.
Ihr meldet die Eheschließung beim Standesamt an. Sobald es euch mitteilt, dass ihr heiraten könnt, habt ihr sechs Monate Zeit. Die Trauung selbst dauert oft nur 20 bis 30 Minuten. Trauzeugen sind in Deutschland nicht vorgeschrieben, aber natürlich möglich. Viele Standesämter bieten neben dem Trauzimmer auch besondere Orte an, etwa ein Schloss oder einen Park.
Die Mehir ist eine religiöse Vereinbarung. Ob und wie sie vor deutschen Gerichten eine Rolle spielt, hängt vom Einzelfall ab. Wer finanziell etwas regeln will, sollte über einen Ehevertrag beim Notar nachdenken. Das ist unromantisch, aber oft klüger als jedes Versprechen.
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