Brauch
Fünf Anlässe, fünf Gästelisten, fünf Budgets. Was wann stattfindet – und was ihr davon wirklich feiern müsst.
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Eine deutsche Hochzeit ist ein Tag. Eine türkische Hochzeit ist eher eine Saison. Zwischen dem ersten Besuch bei den Eltern und der großen Feier können Monate liegen – mit bis zu fünf Anlässen, jeder mit eigener Gästeliste, eigenem Budget und eigenen Erwartungen. Hier der Überblick.
Nach dem Kız isteme, dem Besuch der Familie des Bräutigams bei der Familie der Braut, geben sich die Familien das Wort. Oft im kleinen Kreis, im Wohnzimmer, mit Ringen, die mit einem roten Band verbunden sind. Ein Älterer schneidet das Band durch. Gäste: nur die engste Familie.
Die offizielle Verlobung, heute oft im Saal, mit Musik und 100 bis 300 Gästen. Auch hier gibt es Ringe und rotes Band, dazu Geschenke für die Braut. In manchen Familien ist der Nişan inzwischen fast so groß wie früher die Hochzeit.
Der emotionale Abschied der Braut aus dem Elternhaus, traditionell am Abend vor dem Düğün. Lieder, Tränen, Henna – und dann wird getanzt.
In Deutschland zählt rechtlich nur die standesamtliche Trauung. Viele Paare lassen sich zusätzlich religiös trauen, beim Imam-Nikah. Beides kann am selben Tag stattfinden oder Wochen auseinanderliegen.
Der Abend, für den die Säle mit 500 Plätzen gebaut wurden: Gelin alma am Tag, abends Einzug, erster Tanz, Takı, Halay bis spät in die Nacht.
Das ist völlig unterschiedlich. Manche Paare schaffen alles in drei Monaten, andere sind zwischen Söz und Düğün zwei Jahre verlobt. Als grobe Orientierung:
Jede Feier hat eigene Kosten: Saal, Kleid, Essen, Musik, Fotograf. Wer nur den Düğün budgetiert, wundert sich später. In unserem Planer bekommt jede Feier deshalb eigene Aufgaben, Gäste und Kostenposten – und ihr seht auf einen Blick, wo das Geld hingeht.
Alles im Blick behalten?
Zeitplan, Gästeliste, Budget und Takı Defteri für alle fünf Feiern – kostenlos und ohne Anmeldung.
Çeyrek, Yarım, Bilezik: was hinter dem Gold steckt, wie die Zeremonie abläuft und warum ihr mitschreiben solltet.
Wer lädt ein, wer zahlt, wann kommt das Henna – und warum der Abend oft einen eigenen Saal braucht.
Blumen, Schokolade, ein Kaffee mit Salz – und der eine Satz, auf den alle warten. So läuft das Anhalten um die Hand.