Brauch
Vom Rasieren des Bräutigams bis zum Trinkgeld an der Tür: was am großen Tag passiert und was ihr davon übernehmen wollt.
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Der Düğün beginnt nicht abends im Saal. Er beginnt morgens – mit Rasierschaum, Trommeln und einer verschlossenen Tür. Hier die Bräuche, die am Hochzeitstag in vielen Familien dazugehören. Welche ihr übernehmt, entscheidet ihr.
Am Morgen oder am Tag vor der Hochzeit wird der Bräutigam von einem Friseur rasiert – umringt von Freunden, Cousins und oft mit Musik. Das ist weniger Pflege als Party. Die Freunde stecken dem Friseur Geld zu, es wird gefilmt, gelacht und manchmal schon der erste Halay getanzt.
Die Familie des Bräutigams holt die Braut von zu Hause ab, klassisch begleitet von Davul und Zurna. Vor der Haustür wartet die erste Hürde: Brüder oder Cousins der Braut versperren die Tür – oder setzen sich auf die Truhe mit dem Çeyiz – und lassen erst gegen ein Trinkgeld durch. Das wird gern lautstark verhandelt. Plant dafür Bargeld und eine Person ein, die gut verhandeln kann.
Bevor die Braut das Elternhaus verlässt, bindet ihr Vater oder Bruder ihr ein rotes Band um die Taille. Es ist eines der bekanntesten Symbole der türkischen Hochzeit. Viele Familien verstehen es heute vor allem als Segen und Abschied aus dem Elternhaus.
Unverheiratete Freundinnen schreiben ihre Namen unter die Sohle des Brautschuhs. Der Name, der am Ende der Nacht noch zu lesen ist, gehört der Nächsten, die heiratet. Ein schöner Moment für Fotos – und für Diskussionen am nächsten Tag.
Danach geht es im Autokorso zum Fotoshooting, zur Trauung oder direkt zum Saal: Brautauto vorne, alle anderen hupend dahinter. Klärt vorher die Strecke und haltet euch an die Verkehrsregeln – ein Polizeieinsatz ist das falsche Hochzeitsfoto.
Ihr müsst nicht jeden Brauch übernehmen. Manche Paare lassen den Konvoy weg, andere machen kein Gelin alma, weil die Braut ohnehin schon im Hotel ist. Sprecht mit beiden Familien darüber, was ihnen wichtig ist – meistens sind es nur zwei, drei Dinge, an denen wirklich jemand hängt.
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